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«Verpacker heimsten für ihre Wellpappe sogar Preise ein» 
 
 
 


© Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch, 02. Juli 2003

Verpacker heimsten für ihre Wellpappe sogar Preise ein


Herbert Thieme, Geschäftsführer der Leipzig Verpackung GmbH in Engelsdorf, wurde jetzt offiziell von seinem Nachfolger Georg Christian Muhs verabschiedet. Damit geht ein bemerkenswertes Berufsleben zu Ende. Trotz Wende und Widrigkeiten war es Thieme gelungen, die ehemalige volkseigene Firma mit viel Engagement neu am Markt zu positionieren. Seitdem heimste sie sogar Preise für ihre Produkte ein: Vor vier Jahren gewann sie den Deutschen Verpackungswettbewerb, siegte ebenfalls bei einem internationalen Vergleich mit einer Flaschenschatulle für die Post.

Herbert Thieme kam 1980 von der Briefumschlagfabrik Torgau, die ebenfalls zum Kombinat Verpackung gehörte, nach Engelsdorf. Für den ehrgeizigen Chef und dreifachen Vater war es wochentags ein Leben getrennt von der Familie, die erst zwei Jahre später nach Leipzig zog. Die Wende war auch für den heute 64-Jährigen schwer: "Wir waren in den ,Vereinigten Wellpappenbetrieben Leipzig' sechs eigenständige Betriebe mit 1300 Beschäftigten und einem Produktionsprofil von Pappeimern, Hülsen, Flexodruck bis Wellpappe. Dazu kam noch ein Rationalisierungsmittelbetrieb. Bereits Anfang 1990 gründeten sich daraus fünf selbstständige Unternehmen, von denen heute noch drei erfolgreich am Markt bestehen."

Herbert Thieme blieb Werksleiter in Engelsdorf. Seine schmerzlichste Erfahrung machte er, als er von 300 Mitarbeitern nur 95 behalten konnte. In Eigeninitiative suchte Thieme den Kontakt zur Firma Verpackung und Display Stabernack JR GmbH, die dann auch den Engelsdorfer Betrieb kaufte und in 12 Jahren 20 Millionen Mark investierte.

Im vergangenen Jahr erwarb SCA (Packaging Svenska Cellulosa Aktienbolaget), ein schwedisches Unternehmen, die Stabernack GmbH. "Das ist eine große Chance für das hiesige Unternehmen. Der Betrieb ist in sehr guten Händen. Jetzt kann ich mit meiner Frau reisen und für meine beiden Enkel da sein", so der scheidende Betriebsleiter.

M. Syrbe



 
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