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«Lok-Jubiläum unter Volldampf» 
 
 
 

© Leipziger Volkszeitung vom Dienstag, 27. Mai 2003

Lok-Jubiläum unter Volldampf


Der stärkste Engelsdorfer muss nicht zwangsläufig ein Lok-Haudegen sein. "Das ist ein internationaler Titel", gaben sich Macher aus dem Festkomitee zum 50. Vereinsjubiläum am Wochenende weltoffen. Einer, der beim (noch) nicht olympischen Balkenweitwurf (1,22 m das Stück/Rekord 12,85 m/aufgestellt von einem Kleinpösnaer) schon mehrfach abräumte, kommt von den berühmten Panitzscher Panthern.

"Dreimal habe ich schon den Titel errungen. Jetzt will ich es wieder wissen", tönte Fußball-"Terminator" Frank Wenzel am Sonntag Vormittag. Doch der Engelsdorfer Sportsgeist legte in Festlaune ungeahnte Kräfte frei, und so räumte Kegler Frank Bassel mit 11,35 m den Sieg ab, seine beste Hälfte Kerstin war stärkste Frau (5,75).

Das Muskelspiel war nur ein sportlicher Punkt im großen Jubiläums-Angebot. Auf acht Feldern schmetterten die Volleyballer. 24 Teams kämpften um Punkte (Sieg an SV Sachsen/ Delitzsch) und suchten sich nach der Hitzeschlacht schnell ein schattiges Plätzchen. "Dass das Wetter so mitspielt, hat auch richtig viel Geld gekostet", flachste Lok-Abteilungsleiter Lothar Möx, der um seinen Ergebnisse speienden Laptop ein "Sonnensegel" gebaut hatte. Auf der Sonnenseite stehen die Engelsdorfer Volleyballer ganz klar mit ihren sportlichen Leistungen, von der starken Jugend (Platz drei beim D-Jugend-Fest-Turnier) bis zum Frauen-Regionalliga-Team reicht die Palette. In Popularitäts-Dingen allerdings landen die Lok-Kicker die meisten Treffer. Deshalb regierte König Fußball auch beim "Fünfziger". Ganz offiziell wurde das neue Trainingsspielfeld mit einem Bambini-Match eingeweiht. Den Ehrenanstoß trat Gabi Lehmannn in Vertretung ihres Mannes Jens, weil das olympiavergoldete Ehrenmitglied auf Wettkampf-Tour strampelte.

115000 Euro hat der nach eineinhalb Jahren fertig gewordenen Rasenplatz gekostet. "Dank der tatkräftigen Unterstützung unserer Mitglieder, der finanziellen Hilfe des Regierungspräsidiums sowie von Sponsor Rab und Milbra konnten wir dieses Projekt umsetzen", freute sich Vereins-Präsident Otto Müller. Mit Blick auf das bunte Treiben auf dem Gelände sagte der Chef: "Die Resonanz ist wirklich gut, viele Gäste haben sich persönlich bedankt."

Die Stimmung unweit des Wasserturmes kochte hoch, der Siedepunkt feucht-fröhlicher Fitness-Leidenschaft wurde an den Abenden im Festzelt erreicht. Etwas stiller zelebrierten die Schachspieler ihre Blitz- und Simultan-Züge. Ganz groß: Großmeister Lothar Vogt aus Machern. Unter Dampf abgeräumt wurde bei den Keglern, zudem präsentierten sich die Gymnastik- Truppe und die turnenden Stammgäste von der IMO in Hochform. "Wir haben das Ortssportfest ins Festprogramm integriert. Das passte", so Mitorganisator Lothar Hahn, der aus Formgründen beim Fußballturnier der Hobby-Teams fehlte. Den Spitzenplatz errangen die Grazy Kicker aus Leipzig vor dem FC Waldstraßenviertel und den Gastgebern.

Die sportlichen Engel hatten Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um auch des Souvenirjägers Herz zu erreichen. "Besonders gut gingen die Bembel und Weingläser, aber auch die Basecaps fanden ihre Käufer", berichtete Dagmar Bachstein hinterm Fan-Shop-Stand. Davor jubelte Matthias Bornemann über ein ganz anderes Präsent. Der Fußballer aus der Lok-Zweiten gewann das Torwandschießen - cool, einen Kühlschrank.

Kerstin Förster


 
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