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«Umzug des Marktes immer wahrscheinlicher» 
 
 
 


© Leipziger Volkszeitung vom Montag, 27. Dezember 2004

Umzug des Marktes immer wahrscheinlicher


Ordnungsdezernent Holger Tschense (SPD) war für das Bergh'sche Gut, Marktamtsleiter Herbert Unglaub für die Hans-Weigel-Straße, der Ortschaftsrat für den Aldi-Parkplatz. Und zwischendurch galt der Parkplatz vor dem Gasthof Alt-Engelsdorf als heißester Tipp für den Engelsdorfer Wochenmarkt. Wetten lohnt sich immer noch: Jetzt scheint sich alles auf eine Fläche am kommunalen Eigenbetrieb zuzuspitzen.

Volker Zocher ist voll des ungewohnten Lobes über die Stadtverwaltung. "Das Marktamt war weit kooperativer als ich mir das vorgestellt habe", würdigt der Ortschef die Gesprächsbereitschaft der Amtsleute bei einem Thema, über das es schon viel Streit gab. Über den Standort des Engelsdorfer Wochenmarktes wird schon seit Jahren diskutiert, in diesem (Wahl)-Jahr so intensiv, dass es beinahe jeden Monat neue Vorschläge gab. Den Auftakt machte Holger Tschense, der noch Ende 2003 überraschend verkündete, der Markt ziehe an das Bergh«sche Gut. Marktamtsleiter Unglaub und auch viele Händler hielten von dieser Idee jedoch wenig und spielten erst einmal auf Zeit. "Frühestens im Frühjahr 2004 zieht der Markt um", verkündete Unglaub. Doch bis Mai passierte gar nichts, was wiederum Stadträtin Annemarie Opitz (CDU) so erboste, dass sie Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) in scharfen Worten zur Rede stellte, warum die Stadtverwaltung Lösungen vorschlage, dann aber nicht umsetze.

Nach der Wahl im Juni kehrte erst einmal Ruhe ein. Immer deutlicher wurde, dass der Standort am unbewohnten Gut in Privatbesitz für einen Markt nicht tauge. Derweil sahen die Händler kaum noch Land: "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Markt ganz eingeht", sagte Zeitschriftenverkäuferin Helga Hoffmann an einem Donnerstag im Juli, als sich gerade einmal sieben Händler an der Hans-Weigel-Straße eingefunden hatten.

Gleich nach seinem Amtsantritt schrieb sich Ortschef Zocher das heikle Thema auf die Fahne, um nun gute Nachrichten zu verkünden. "Das Gespräch im Marktamt hat den Umzug vorangetrieben", formuliert er. Geld für einen Stromanschluss steht zur Verfügung, und der Kommunale Eigenbetrieb hat sich bereit erklärt, den Parkplatz einen Tag in der Woche an den Markt abzutreten.

Damit scheint das Suchspiel erst einmal beendet. Selbstverständlich hat aber auch der neue Vorschlag einen Pferdefuß. Die gepflasterte Fläche müsse erweitert werden, schrieb das Marktamt vor, damit alle Händler Platz finden. Für diesen Auftrag will der Kommunale Eigenbetrieb jetzt ABM-Kräfte oder Ein-Euro-Jobs beantragen.

Stephanie von Aretin



 
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